Museum Solnhofen - Die Welt in Stein

Sonderaustellung 2011 - Drama der Urzeit und Fossilschätze aus Brasilien

 
Sonderaustellung 2011

Drama aus der Urzeit - eine Weltneuheit

Das Museum Solnhofen wartet in diesem Jahr mit einer echten Sensation auf, die als "Drama in der Urzeit" vom 1. April bis zum 6. November 2011 exklusiv im Museum zu sehen ist.

Dabei handelt es sich um eine Gesteinsplatte aus den sogenannten "Unteren Solnhofener Plattenkalken", auf der ein Schnabelfisch, ein Flugsaurier und ein kleiner Knochenfisch verewigt sind. Alle drei erzählen von einem Drama, das von einer Geschichte "wer hat wen gefressen" erzählt. Kinder, Jugendliche und Schulklassen sind dazu eingeladen, dieses Szenario in einem Bild festzuhalten.

Der Langschwanzflugsaurier, ein eleganter Fischjäger, erbeutete vor 150 Millionen Jahren an der Wasseroberfläche einige kleine Knochenfische aus dem Jurameer. Die Reste der Mahlzeit lassen sich am Fossil heute dort orten, wo sich einst der Magen befand. Als der nahe der Wasseroberfläche fischende Flugsaurier gerade einen weiteren Fisch verschlucken wollte, wurde er selbst Opfer eines aus dem Wasser schnellenden Schnabelfisches. Wie heute noch am Fossil zu sehen ist, blieb der kleine Fisch in der Kehle des Flugsauriers stecken. Bei dem einsetzenden Kampf zog der Schnabelfisch den Flugsaurier unter die Wasseroberfläche, verhedderte sich dabei aber mit seinem Schnabel in der Flughaut des Flugsauriers, wodurch er selbst die Orientierung verlor. So endet das Drama "wer hat wen gefressen" für alle drei tödlich.

Die vom Wyoming Dinosaur Center in Thermopolis/Wyoming und Dr. Burkhard Pohl ermöglichte Exklusivpräsentation in Solnhofen muss man einfach gesehen haben.

 

Der Brasilien-Saurier und weitere Fossilschätze aus Brasilien

Die einmalige Brasilien-Sonderschau des Museums, rund um den sensationellen Fund eines kleinen Raubdinosauriers aus Brasilien, der möglicherweise mit dem bayerischen Compsognathus entfernt verwandt ist, lohnt einen Besuch. Das brasilianische Skelett, das im Original ausgestellt ist, gehört zu den großen Kostbarkeiten der südamerikanischen Erdgeschichte.

Der Brasilien-Saurier war vermutlich ein flinker, agiler und auf seinen langen Hinterbeinen der Beute nachjagender Raubdinosaurier. Seine Größe allerdings war eher bescheiden und dürfte etwa im Bereich eines Fasans gelegen haben. Die Sonderschau zeigt neben dem Dinosaurierfossil aus der unterkretazischen Santana-Formation auch einen äußerst seltenen, nahezu kompletten Flugsaurier in dreidimensionaler Erhaltung, dazu verschiedene Fische, die an Ästhetik ihresgleichen suchen.

Weiter im Mittelpunkt stehen die 110 Millionen Jahre alten brasilianischen Plattenkalke der Crato-Formation, ebenfalls aus der Unteren Kreide, die sehr stark an die jurazeitlichen Solnhofener Plattenkalke erinnern. Die Steinbrüche, in denen die Gesteinsplatten abgebaut werden, gleichen der Solnhofener Steinbruchlandschaft. Das "brasilianische Solnhofen" bildet das wichtigste Fenster des frühen kreidezeitlichen Lebens auf der Erde. Vom nahen Festland stammen wunderschöne Pflanzen. Die Fossillagerstätte wurde in der Zeit gebildet, als sich die Blütenpflanzen entfalteten. Dementsprechend groß ist das Spektrum der Insektenfauna mit über zwanzig Arten von Libellen. Unter den Wirbeltieren bestechen Fische, Krokodile und Schildkröten.

Die Ausstellung ist eine Coproduktion des Museums Solnhofen, Dr. Burkhard Pohl und dem Wyoming Dinosaur Center in Thermopolis, und der Firma fossils worldwide, Frau Annesuse Raquet-Schwickert.

 

 

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